In der fantastischen Kulturlandschaft von Siebenbürgen

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13.05.2022

Zum Sonnenaufgang frühstücke ich auf der Veranda und bin dann schon bald unterwegs. Nach einigen Schritten habe ich das Dorf hinter mir gelassen und tauche in eine traumhafte, hügelige Landschaft ein. Das Weideland wird nicht durch Zäune aufgegliedert, statt dessen stehen vielerorts mächtige Einzelbäume. Fast jede der alten Huteeichen wäre in Deutschland ein Naturdenkmal! Es gibt aber auch Wildobst und Gebüsche.

An trocken Hängen blühen lilafarbene Orchideen. Oft folge ich auch Waldrändern, die von zahlreichen Sträuchern bewachsen sind und die dahinter liegenden Eichen- Hainbuchenwälder von den Weiden trennen. Weder Zäune, noch Leitungen, Windräder oder asphaltierte Straßen und Wege unterbrechen die harmonische Kulturlandschaft. Abseits des Dorfes mit seinen bellenden Hunden höre ich keinen Zivilisationslärm, statt dessen die exotischen Rufe von Bienenfresser, Pirol und Wiedehopf. Überall gibt es etwas zu sehen: Von Rehen, Füchsen und Hasen zu Schwalbenschwanz, Maikäfer und Neuntöter. Einmal sehe ich zu meiner Überraschung sogar einen jungen Bären ein grasiges Tal durchqueren, den ich sogar fotografieren kann!

Während in Deutschland die Ansitzeinrichtungen der Jäger allgegenwärtig sind, passiere ich hier keinen einzigen Hochsitz. Einige Male sehe ich entfernt Schafherden, ansonsten ist die Landschaft sehr still. Auf manchen Weideflächen breiten sich Weißdirn und Schlehen aus. Einige Zeit laufe ich durch den Eichenwald mit vielen Linden, Hainbuchen und Feldahornen. Hornissen nehmen Saft von einer Baumwunde auf.

Schließlich kann ich von einem Aussichtspunkt das Dorf überblicken, wo ich mir anschließend noch die sehenswerte Kirchenburg anschaue. Später genieße ich mit Dietmar und seiner Frau in einem Restaurant traditionelles Essen und wir schauen noch bei der Milchsammelstelle vorbei. Das die extensive Beweidung, die die schöne, artenreiche Landschaft hier prägt, noch fortgeführt wird, ist keineswegs selbstverständlich, sondern Bedarf viel Engagement, nicht zuletzt durch Dietmar!


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