4 Gedanken zu „Langes Interview über Waldbegeisterung auf HR-Info

  • 4. Dezember 2021 um 10:34
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    Wir finden das richtig gut was Du da machst und haben mit Begeisterung dein Interview gehört…..ich selber wohne auf dem Rechberg einer der 3 Kaiser Berge…..hab noch nicht gehört das Du in dieser Gegend warst… kannst gern vorbei kommen…..

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    • 6. Dezember 2021 um 7:21
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      Vielen Dank! Allerdings habe ich meine Wanderung am 8.11 in Marburg beendet.

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  • 5. Dezember 2021 um 10:27
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    Guten Tag Herr Klamer,

    ich habe Ihr Interview heute auf HrInfo gehört und bisher mir nicht bekannte Dinge erfahren.

    Bevor Sie zu Ihrer Wanderung aufbrachen, wurde in verschiedenen Medien darüber berichtet, sodass mir Ihr Name und Ihre “Aktion” grundsätzlich bekannt war. Eine tolle Sache für den Naturraum Wald und die Natur an sich und es ist wirklich zu hoffen, dass sich eine breitere Öffentlichkeit für diese Themen interessiert und aktiv einbringt.

    Der interessanteste Aspekt des Interviews war für mich, dass Sie offenbar über 20 Jahre beim Forstamt Biedenkopf tätig waren. Ich wohne in einem Ortsteil von Biedenkopf und war seit Kindesbeinen in den Wäldern hier unterwegs. Besonders im Revier “Katzenbach”. In Ihrem Interview sprachen Sie die über “dreihundertjährigen Buchen”, die es hier und da noch in Deutschland geben würde. Im Revier Katzenbach gab es bis zur Jahrtausendwende, noch eine große Anzahl von Altbuchen, die nach und nach alle gefällt wurden. Wir reden hier von über 500 extrem alten und starken Bäumen an verschiedenen Standorten. Mich hat die Zerstörung dieser Bäume und Lebensräume extrem empört und emotional mitgenommen. Diese Machenschaften habe ich 2003 bereits massiv angeprangert und mich an die lokale Zeitung, Politiker Verbände und das Forstamt selbst gewendet. Das Thema wurde abgetan und die Tatsachen verdreht. Interessiert hat es auch keinen der sogenannten Naturschutzverbände wie den NABU, oder die Partei der “Grünen”. Wahrscheinlich haben Sie von meinen damaligen Schreiben sogar Kenntnis, da das Thema im Forstamt damals gehörigen Wirbel verursacht hat, wie mir ein ehemaliger Revierförster dieses Forstamts, 2011 in bierseliger Runde mit einem Augenzwinkern mitteilte. Im Jahr 2021, sind von den besagten Altbuchen in diesem Revier, weniger als 1% erhalten und die Forstwirtschaft spricht von “Nachhaltigkeit” und ökologischer Vielfalt! In keinem Land der Welt versteht es die Forstwirtschaft so gut wie in Deutschland, der Öffentlichkeit Sand in die Augen zu streuen. Zwischen dem was behauptet wird und dem was getan wird, besteht ein himmelweiter Unterschied. Es wird so getan, als ob sich die Dinge in den letzten Jahrzehnten zum Positiven gewandelt hätten, was die Bewirtschaftungsmethoden angeht. Das Gegenteil ist der Fall. Die Altbuchen wurden gefällt und durch mechanisierte Bewirtschaftungsmethoden und enge Rückegassen (Sie sprachen es im Interview an) die Wälder auch in der Fläche nachhaltig geschädigt. Ich habe immer mal wieder nach Wanderungen, wo die Empörung dann besonders groß war, den Forstamtsleiter kontaktiert und sogar den Leiter von Hessenforst. Diese Leute versuchen, im Ton zwar höflich, aber verschleiernd den Eindruck zu erwecken, dass alles gut sei und sie eben die Experten und ich der Laie, der nichts wüsste und die Dinge falsch einschätzen würde. Es ist interessant zu sehen, dass auch ein langjähriger erfahrener Förster urteilt, dass eben nicht alles gut ist und er sogar seinen Beruf kündigt, da er diese Dinge nicht weiter mittragen kann (mit Peter Wohlleben, gibt es ja bereits einen prominenten Förster, der genauso gehandelt hat). Wir brauchen in Deutschland dringend ein Waldgesetz, was die grundlegenden Dinge der Bewirtschaftung regelt!

    Interessant auch Ihre Einschätzung zur Windkraft. Den monströsen Windpark Weissenberg-Schwarzenberg kennen Sie und seine schädlichen Auswirkungen auf Flora und Fauna der Gegend um Biedenkopf und Breidenbach, sicher auch. Als Greifvogelschützer sehe ich diese monströsen Industriebauten in unseren Wäldern ganz besonders kritisch und die Bestände (Bussard und Milan) sind leider schon in den letzten Jahren durch diesen Windpark massiv zurückgegangen. Unfassbar, dass dieser Irrsinn jetzt noch weiter Fahrt aufnehmen soll und bisher nicht verschandelte Waldgebiete auch noch geopfert werden sollen. Sogar Artenschutzgesetze ausgehebelt werden sollen. Dies alles für eine unstete, unsichere und hochsubventionierte Technologie, die keinen nennenswerten Beitrag zu einer sicheren Stromversorgung liefern kann (ich bin übrigens Dipl.-Ing. für Energie und Wärmetechnik).

    Herr Klamer, Respekt für Ihren Schritt der beruflichen Neuaufstellung! Ich hoffe wie eingangs erwähnt, dass sich mehr Mitbürger für das Thema Wald und Ökologie interessieren und sie das Thema “Umweltschutz” nicht mit den Maßnahmen zum sogenannten “Klimaschutz” verwechseln (die oft gegen Flora und Fauna gerichtet sind), wie Politik und Medien es uns einreden wollen.

    Mit freundlichen Grüßen aus Biedenkopf

    Michael Weigel

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    • 6. Dezember 2021 um 7:27
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      Hallo Herr Weigel,

      zur Jahrtausendwende war ich nicht in Biedenkopf, kann dazu daher nichts sagen. Sehr schön finde ich aber, dass dort ja jetzt 400 ha zusammenhängende Laubwaldbestände aus der Nutzung genommen worden sind. Ich sehe es auch so, dass wir dringend ein wirkliches Waldgesetz brauchen, dass den Wald als Ökosystem sieht und wirklich konkrete Verbote aufführt, wozu für mich ein Rückegassenabstand unter 40 Meter gehört. Der von Ihnen genannte Windpark ist für mich das Paradebeispiel wie verheerend Windkraft im Wald sein kann, und wo es auf keinen Fall einen Windpark geben sollte. Alleine die vielen Kilometer neue Wege die dafür gebaut wurden, sind ein absolutes Unding!

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